Blick auf die Teller
Es bedurfte einer Studie unter Beteiligung der Charité, um wissenschaftlich nachzuweisen, was wir alle längst wissen. Das Krankenhaus- und Pflegeheimessen ist eine echte Katastrophe und gefährdet die Genesung der Patient:innen. Das Essen enthalte zu wenige Nährstoffe und zu wenig Eiweiß. Das Fazit der Studie ist, dass die Verpflegung in den Kliniken und Pflegeheimen sich grundsätzlich verbessern muss. Ob die Charité dabei mit leuchtendem Beispiel vorangehen wird? Womöglich auch in einer Form, die nicht zu Lasten der Kolleg:innen des Caterings geht?
KIS deinen PC
Das ist die Abkürzung für Krankenhausinformationssystem und unser täglich EDV-Werkzeug. Nun muss ein neues KIS angeschafft werden und dafür muss es eine Ausschreibung geben. Wie zu erwarten, man liest bereits von Prozessen einzelner Anbieter gegen die Charité. Die fühlen sich wohl benachteiligt. Doch uns hingegen wird ganz schwummerig, wenn wir lesen, was das kosten soll: 200 Millionen Euro. Ob es dabei bleibt, weiß keiner. Doch klar ist, die Charité steht mit dem Anschaffungszwang für ein neues KIS nicht alleine. Jede Klinik wird eigenständig ausschreiben und hunderte Millionen an Softwarekonzerne überweisen. Da scheint was vergessen worden zu sein in der Krankenhausreform des Lauterbach.
Was ist denn da los?
Die eine (Geschäftsführerin) geht, die nächste kommt. Aber diesmal nicht teuer eingekauft, ja nicht einmal von der Charité entsandt. Es ist die bisherige Personalchefin. Die kennen wir zumindest und wissen, wie wir sie einschätzen müssen. Und doch ist sie weit weg von uns. Denn für sie ist die CFM “die ideale Arbeitgeberin …“ Wir wären schon froh, wenn die CFM ihren Verpflichtungen gegenüber uns Beschäftigten nachkommen würde. Von Tariftreue bis Arbeitsbedingungen: Her mit den ver-sprochenen 300 € Einmalzahlung, ohne komische Abzüge für Zahlungen, die übers Jahr gemacht worden sein sollen.
Von wegen: Starkes Duo?
Mensch, endlich. Es gibt ein neues Hintergrundbild für Team-Meetings. „Zusammen für Berlin“, mit Charité-Logo und Silhouette von Berlin. Ist wohl ein kleines Dankeschön an den Berliner Senat, dass die Charité-Gebäude immer mehr verkommen, die Zuschüsse für die Fakultät gekürzt werden und die Kolleg:innen der CFM von der Berliner Politik mal wieder im Stich gelassen wurden. Wir bleiben dann wohl doch lieber beim Wolkenbild im Hintergrund.
Warmlaufen
Anfang des Monats kündigte ver.di die Haus-Tarifverträge bei den Vivantes-Töchtern. Endlich soll es einen neuen Anlauf geben, dass bei Vivantes und den Töchtern der gleiche Tarifvertrag angewandt wird. Der TVöD. Der Geschäftsführer bei Vivantes hat schon wortreich gejammert. Es sei doch kein Geld vorhanden. Dabei fand er es blöd, dass es Politiker:innen gibt, die das Ansinnen der Beschäftigten nach besserer Bezahlung unterstützen. Außerdem beschwerte er sich über die Streikfreudigkeit der Kolleg:innen. Die bereiten sich bereits auf den nächsten Arbeitskampf vor, denn sie haben es schon verstanden: Verbesserungen müssen erkämpft werden, egal was Politik und Chefs sagen.
Wirbelkörper
Die kann man jetzt erstehen. Original grauer Beton. Und vom Campus Benjamin Franklin. Diesen vermeintlichen Schmuck musste die Charité trotz Denkmalschutz ab-bauen. Die Dinger drohten abzufallen und Leute zu treffen. Hat man halt zu lange verrotten lassen. Doch die Wirbel-körper hatten einen Sinn. Sie schützten die dahinter lie-genden Räume vor Hitze und streuten das Sonnenlicht für eine gleichmäßige natürliche Beleuchtung. Die Kolleg:in-nen in den Arbeitsräumen dort fürchten schon heute den nächsten Sommer. Denn natürlich fehlt der Charité und dem Land Berlin das Geld für einen neuen Sonnenschutz.
Pizza, Pizza
Spätdienst … Gleich Pause … Schnell anrufen und sich eine Pizza liefern lassen. Und dann kommt kein/e Lieferando-Fahrer:in? Ja die haben gestreikt und werden wieder streiken. Die Firma Lieferando will viele der Lieferfahrer:innen entlassen. Die Aufträge werden dann an sogenannte Subunternehmen vergeben, bei denen natürlich sowohl die Bezahlung als auch die Arbeitsbedingungen noch mieser sind als eh schon bei Lieferando. Da bleibt einem der Bissen im Halse stecken und ballt sich die Faust. Die nun aus der Tasche bekommen und die Streikenden unterstützen!
Hebammenhilfevertrag
Ganze vier Jahre lang wurde über diesen Vertrag verhandelt, welcher am 01.11. in Kraft getreten ist – und nun denkt fast jede 2. Hebamme darüber nach, aufzuhören. Bis zu 30 % weniger Geld für (freiberufliche) Hebammen, Kürzungen in der Wochenbettbetreuung oder für Rückbildung – alles auf Lasten der Hebammen und Frauen. Dazu weitere Schließungen von Geburtsstationen und -häusern. Da sollte Merz mal „seine“ Töchter fragen, was sie davon halten.
No Service
Was war die Charite Stolz. Mit Servicekräften hätte sie für eine Entlastung des Pflegepersonals gesorgt. Das solle schön Danke sagen. Jetzt, da die Krankenkassen die Servicekräfte nicht mehr finanzieren, will sie auch die Charité wieder verschwinden lassen. Die Kolleg:innen bekommen eine Ausbildung in der Pflegeassistenz angeboten. Durchaus angstbesetzt. Nicht nur wegen des Lernens, sondern auch wegen der Frage: Wird man gekündigt ohne diese Ausbildung? Aktuell wohl nicht, aber ob in Zukunft? Da ist den Chefs alles zuzutrauen.
Rücknahme der Kündigung von Christopher! Verteidigen wir das Recht auf Meinungsfreiheit
Christopher ist ver.di Gewerkschafter und arbeitet bei DHL am Flughafen Leipzig. Im Juli hat er auf einer Demonstration über die Waffentransporte gesprochen, mit denen DHL Geld macht. Eine solche Anti-Kriegs-Rede passte DHL nicht und sie hat den Kollegen fristlos gekündigt. Die Klage dagegen läuft. Der erste Gerichtstermin findet am 2. Dezember statt. Die Kündigung trifft einen, aber gemeint sind wir alle. Alle sollen schweigen, wenn die Firmen mehr und mehr auf Aufrüstung und Krieg umstellen. Die jungen Gewerkschafter der GEW in Berlin haben wie viele andere ihre Solidarität erklärt. Mehr Infos und die Petition findet ihr unter www.gewerkschafter4gaza.de/dhl-petition oder via QR-Code.
