Warken lernt Krankenhaus kennen
Die Bundesministerin gab der Charité die Ehre. Ob sie einen Navi für den Weg über die Bezirksgrenze hinweg benötigte, wissen wir nicht, aber es war zu lesen, dass sie sehr beeindruckt war. Sie habe gesehen „wie breit die Unikliniken aufgestellt sind, wie Spitzenmedizin … funktioniert, welche tollen Angebote wir auch den Patientinnen … machen können …“ Schön, dass die Dame das mal feststellen konnte und nun weiß, wie eine Klinik von Innen ausschaut. Wir befürchten nur, dass wird auch nicht zu einer Verbesserung der Gesundheitspolitik führen.
Mal bei Artemis nachfragen
Die Initiative der Berliner Kinderkliniken sieht die Versorgung von kleinen Patient:innen weiter in einem miesen Zustand. Der Mangel an Behandlungsplätzen, der Abbau ärztlichen Personals, die schlechten Arbeitsbedingungen der Pflege usw. führen zu einer „sinkenden Versorgungsqualität“, zu „Verstöße(n) gegen das Arbeitszeitgesetz“ oder auch zu “Versorgung der Kinder durch nicht spezialisiert ausgebildete Fachkräfte“. Die Ursache dürfte im DRG-System liegen durch das Kinderkliniken dauerhaft unterfinanziert werden. Es geht also um Geld. Wir wissen auch, da geht es um dauerhafte Zahlungen anders als bei einem Kinderspielplatzbau. Doch wenn es schnell gehen muss, könnten die Kinderkliniken ja trotzdem bei Artemis anfragen, die Betreiber scheinen ein Herz für Kinder zu haben.
Korallenfarben und Herzlich
Ach ja, endlich gibt’s im Charité Merch Shop auch Zeugs vom Herzzentrum. In korallenfarben und unter dem Motto „Für jeden Herzschlag“. Mit ganz viel Gefühl wird das Zeug vermarktet – ob das den Kolleg:innen und Patient:innen bessere Arbeits- oder Aufenthaltsbedingungen bringt, bleibt fraglich. Aber vielleicht kommt die Chefarzt-Behandlung auch mit richtigem T-Shirt statt Privatversicherung?
Frauen*streik-Tag am 09. März!
Am 08. März ist internationaler Frauentag, am 09. März Frauen*streik-Tag! Vor allem Frauen halten den Care-Alltag am Laufen – ob im Beruf oder zu Hause. Das Wissen auch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Charité und laden am 09. März von 13-15 Uhr zu einer Frauenvollversammlung im CCM, Charité Cross Over (Foyer) ein. Es soll über Fragen diskutiert werden, wie unsere Gesellschaft und Familie aussehen würden, wenn die Frauen die Care-Arbeit niederlegen – und was das für die Charité bedeuten würde. Nun ist die Frage, ob wir zur Vollversammlung auch während unserer Arbeitszeit können – und somit gleich Mal in der Praxis testen, was mit der Charité passiert, wenn wir Frauen weg sind.
Solidarität mit unseren Kolleg:innen
Seit Anfang Februar streiken unsere Kolleg:innen der Vivantes Töchter regelmäßig – und wie bei uns Charité- und CFMler:innen wirft die Geschäftsführung einen Stein nach dem anderen in den Weg. So wurde auch hier gegen die Notdienstbesetzung geklagt – und für die Bereiche Steri und Reinigung leider mit Erfolg. Die Kolleg:innen spotten, dass jetzt neue Menschen eingestellt werden müssten, um der Notdienstvorgabe des Gerichtes gerecht zu werden. Doch nichtsdestotrotz ist es ein starker Streik und die Forderung ist klar: TVöD! Wenn ihr ein paar Euros übrig habt, spendet doch was an die Kolleg:innen via https://www.goodcrowd.org/solidaritaet-mit-dem-streik-bei-vivantes
Auch der ÖPNV hat wieder
Unsere Kolleg:innen aus dem Nahverkehr waren auch wieder zwei Tage im Warnstreik – die Chefs sind nach wie vor der Meinung, dass eine Toilette und eine Möglichkeit zum Händewaschen an den Endstationen zu viel verlangt wäre …
5,8 % in 29 Monaten –
aber die monatliche Kaltmiete darf in 36 Monaten um 15% erhöht werden. Die Eckpunkte für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) sind nun bekannt. Aktuell laufen Befragungen bei Ver.di. Deren Ergebnis kann eigentlich nur eine Ablehnung sein. Die geforderte Arbeitszeit-anpassung Ost-West soll erst 2029 erfolgen, ein Tarifvertrag für studentisch Beschäftigte wurde nicht durchgesetzt und die Lohnerhöhungen dürften unter der zu erwartenden Inflation liegen, also zu Reallohnverlusten führen. Doch um abzulehnen, bedarf es auch der Kraft vieler organisierter Kolleg:innen, um Verbesserungen durchzusetzen. Denn der Weg zu besseren Löhnen führt nicht über den Austritt aus den Gewerkschaften, sondern dadurch, dass wir uns organisieren – für morgen und heute!
Billig und gefügig
So erinnern sich viele Chefs an den Zivildienst. Laut einer Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unterstützen viele eine Wiedereinführung des Zivildienstes. Nur Verdienen dürften die Zivis nicht so viel. 2600 Brutto wie es für Soldat:innen geplant ist, seien zu viel. Schließlich will man ja mit dem Einsatz der jungen Leute Geld und Personal sparen. Der Zivildienst kommt aber nur, wenn es wieder eine Wehrpflicht geben wird und genügend sich für die Interessen anderer erschießen lassen wollen. Dagen setzen Schüler:innen ein Zeichen: Am 5. März, 11 Uhr, Potsdamer Platz ist der nächste bundesweite Schulstreiktag gegen Wehrpflicht.
Tesla,
das ist die Autofabrik in Brandenburg im Besitz von Musk und Aktionär:innen. Für die wurde Wald gerodet, das Grundwasser ruiniert, Straßen und Wohnhäuser durch den Staat gebaut … Und nun wollen doch die Arbeiter:innen dort auch noch einen Tarifvertrag und organisieren sich als Tesla Workers. Ja, sie wollen in diesem Jahr auch einen Betriebsrat wählen, möglichst ohne Liste der Chefs. Das passt den Chefs gar nicht. Selbst der Musk soll wüten, toben, drohen, … vielleicht trifft ihn ja angesichts des Wahlergebnisses im März der Schlag. Träumen darf man ja mal.
PS: Auch bei uns ist bald Betriebsratswahl, vergesst daher nicht die CFM-Betriebsversammlung am 18.03.2026 ab 10 Uhr! Und die Wahlen sind vom 25. – 27.03.2026!
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