Vitamin C vom 04. Dezember 2025

Lieber Kriegsmedizin als Krebsmedizin?
Kapitalismus führt immer wieder zu Konflikten und Begehrlichkeiten, die mit Waffengewalt ausgetragen werden. Auch in Europa. Verbrecher scheint es immer zu geben, die zur Begründung des Schießens dienen. Krepieren, Gliedmaßen verlieren, vergewaltigt werden, Soldat:innen zusammenflicken … das ist die Konsequenz für die Menschen in den Kriegsgebieten. Die Berliner Kliniken sollen sich auf Krieg vorbereiten. Wir wollen uns nicht auf Kriege vorbereiten, wir wollen Menschen helfen und die jetzige Situation in den Häusern verbessern! Deswegen ist es ein Erfolg, dass beim „Berliner Rettungsdienstsymposium“ auf unseren Druck hin die Bundeswehr ausgeladen wurde.

Reform? Nichts Gutes für uns
Die Krankenhausreform wird schon angepasst. Dazu dient das Krankenhausreformanpassungsgesetz. Abgeschafft wird aber nicht das DRG-System, angetastet wird nicht die Macht der Kaufleute und Chefärzte, verbessert wird weder das Essen in den Kliniken noch der bauliche Zustand der Krankenhäuser. Stattdessen wildes Klinikschließen durch Insolvenzen jenseits vernunftbegabter Planung.

Helios machts vor …
Eine Hamburger Ärztin hat sich an vielen Streiks an einem Helios Klinikum beteiligt – sie war Streikleitung, hat mobilisiert und Reden gehalten. Das gefiel Helios nicht und hat ihr bereits 2023 die Kündigung geschickt – wegen angeblichen 28 min Arbeitszeitbetrugs. Das Ende vom Lied: sie verlässt die Klinik mit 400.000 € Abfindung und dem Wissen, dass der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen nicht illegal ist.

… auch beim sparen!?
Kürzlich gab es eine Stellenausschreibung von Helios, die Examinierte oder 1-Jährige für die Bettenaufbereitung und das Auffüllen von Vorräten gesucht hat. Hä? Aber klar, seitdem die Krankenkassen nur noch die Pflegekräfte vergüten, gehen die Service-Kräfte, die diese Arbeiten vorher übernommen haben. Da ist sich dann Helios gar nicht schade, diese Arbeiten nun von Pflegekräften erledigen zu lassen und sie somit den Kassen in Rechnung zu stellen. Betrug sagen die einen… wir sagen: Kapitalismus raus aus den Kliniken!

Hohoho … es netzwerkt so sehr an der CFM
Am 12.12. findet die CFM-Weihnachtsfeier statt – doch wir wollen keine warmen Worte, sondern endlich unseren Manteltarifvertrag. Daher nutzt die nächsten Treffen, damit wir uns austauschen und der CFM weiterhin gewaltig auf die Nerven gehen können – z. B. auf der Betriebs-versammlung am 11.12. oder der ver.di Mitgliederversammlung am 09.12. (Franz-Mehring-Platz 1).

Welcher Elf auf welchem Shelf?
„Elf on the shelf – Familienfreundliche Angebote der Charité“ ist das neue Programm der Charité-PR-Irgendwas-Image Abteilung. Anscheinend ist bei ihnen nicht angekommen, dass Ärzt:innen gedrängt werden, 48 h statt 40 h zu arbeiten oder viele gezahlte Löhne an der CFM nicht zum Leben reichen. Zumindest gibt’s weniger Streitereien, wenn wir die Familie weniger sehen und nicht in den Urlaub fahren …

Nicht dazu gelernt
Die Personalchefin der Charité hat zum Pflegebudget ihre Meinung im Tagesspiegel dargelegt. Sie sieht durch die Demographie große Herausforderungen für die Pflege. Und hat Lösungen parat. Zum einen die Delegation ärztlicher Tätigkeiten an die Pflege. Zum anderen sieht sie das Pflegebudget am Ende und möchte, dass die Pflegetätigkeiten mit eigenen Leistungsziffern abgerechnet werden. Das kennen wir schon von den diskutierten Pflege-DRGs. Die Konsequenzen werden die gleichen sein wie im bisherigen DRG-System: mehr Markt und schlechtere Arbeitsbedingungen.

Nichts zu bereuen
Den Kolleg:innen der CFM hat sie auch gleich noch etwas mitgeteilt: „Künftig wird die Geschäftsführung auch Personen ohne Qualifikation verhältnismäßig hohe Einstiegsgehälter zahlen müssen.“ Was sagt sie nicht? 20 Jahre mickrige Löhne und noch immer nicht das TVÖD Niveau erreicht. Stattdessen redet sie von Leistungsreduktion und Robotereinsatz. Nur zu, den Stecker ziehen wir dann beim nächsten Streik.

Cross Care
Wie lustig. Ein neuer Name für Heepes (ehemalige PD) altes Konzept. Pflege übernimmt Tätigkeiten von den Ärzt:innen und fühlt sich gleich viel wichtiger. Aber Entlastung für die Pflege? Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert? Das bringt auch der neue Anlauf für dieses Konzept beim besten Willen nicht.

Nicht so ver.di
Gemeinsam in der Gewerkschaft zu kämpfen ist keine Garantie dafür, sich auch wirklich an der Forderungsfindung beteiligen zu können. So hat die Betriebsgruppe der Freien Universität (FU) Berlin auf ihrer Internetseite ihre Forderungen für die TV-L Runde veröffentlicht: 6oo € mehr und eine Angleichung der Laufzeit an den TVÖD, so dass gemeinsame Streiks im Öffentlichen Dienst möglich werden. Dies weicht von den offiziellen Forderungen ver.di’s ab und führte zu einer Abschaltung der Homepage seitens der ver.di Führung. In einer Gewerkschaft, der Mitgliederdemokratie wichtig ist, ist dies ein No-Go.

Sind wir hier schwach, fallen auch die Stabi-Dienste
Der TV-GFB muss 2026 neu verhandelt werden. Die Charité macht klar: Keine Verbesserungen! Sie wird Regeln in Frage stellen, die für Überlastungen einen Ausgleich in Form von Cheps vorsehen. Das ist auch daran zu merken, wie sie die Gespräche zu besseren Regeln in OP und Anästhesie verschleppt. Dagegen können wir nur ankommen, wenn wir zum Streik bereit sind und der Charité unsere Forderungen präsentieren. Die Forderungsfindung in den Teams ist angelaufen. Dazu dient auch die Umfrage bei: https://berliner-krankenhausbewegung.de/umfragetvgfb/

Die obligatorischen Jahresabschlussgrüße
Wir wünschen allen Kolleg:innen eine schöne freie Zeit mit oder ohne Weihnachtsmann, ruhigen Schichten und ein kämpferisches neues Jahr 2026.

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