Was für eine Antwort!
Die letzten beiden Streiktage mit Streik-Uni und einer lauten, kämpferischen Demonstration war genau die richtige Antwort: Auf die Anordnung des Gerichtes einer Notdienstverordnung, die unseren Streik unwirksam werden lassen soll. Als auch auf die Charité, die das Gericht angerufen und die Notdienstbesetzung diktiert hat. Für die Anwaltskanzlei ist scheinbar immer genügend Geld da. Mit unserem Streik haben wir ein Zeichen gesetzt. Mit uns gibt es kein Zurück zu den Arbeitsbedingungen vor dem Tarifvertrag Entlastung von 2021.
Man Charité,
da habt ihr vor Gericht ja was erreicht. Wir sind in manchen Bereichen ja fast schon versucht, die Notdienstverordnung als Regelbesetzung zu fordern. Und wir haben gelernt, zu Weihnachten, Jahreswechsel oder zu manch Ärzt:innen-Kongress ist die Berliner Bevölkerung gesünder als zu Zeiten des Streiks. Da sind Bettenreduktionen durchaus möglich.
CFM gegen Streikrecht
An der CFM haben wir einen Tarifvertrag durchgesetzt, der uns schrittweise an das Lohnniveau des TVÖD heranführt. Doch die CFM will verhindern, dass wir 2027 gemeinsam mit den Charité-Kolleg:innen für einen besseren TVÖD kämpfen. Und na klar, sie hat das Gericht angerufen. Eine geeinte Belegschaft macht ihnen einfach Angst. Genau darum lassen wir uns auch nicht einschüchtern und nicht spalten. Egal, wie das Gericht im Herbst entscheiden wird.
Der Normalzustand gefährdet die Patient:innen
Wir streiken für den Tarifvertrag Entlastung. Aber nicht nur für den bei uns. Denn weitere Kliniken haben bereits die Kündigung der Entlastungstarifverträge im Schubfach. Die Kolleg:innen dort unterstützen unseren Streik, dieser eröffnet den Kampf gegen ein Zurück zu unhaltbarem Pflegemangel. Erfolgreich werden wir sein, wenn wir jetzt eine Bewegung in den Kliniken landesweit auslösen. Dazu lasst uns alle Kolleg:innen auffordern. Lassen wir die Telefondrähte glühen. Nutzen wir auch die Demonstration gegen Sozialabbau am 26.09. ab 12.00 Uhr, IG Metall Haus, Alte Jakobstraße.
Wessen Verantwortung?
Es ist schon übel, was die Charité an Argumenten gegen unsere Forderungen nach einem wirksamen Entlastungstarifvertrag vorbringt. Nicht jammern, Gewalt am Arbeitsplatz sei einfach Berufsrisiko, wir würden mit unseren Forderungen einen Personalabbau provozieren. Wir sollen verantwortungsvoll sein. All ihren Argumenten liegen immer Zahlenspielereien zu Grunde. Das Management ist nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Kein Einfordern einer ausreichenden Finanzierung der Klinikversorgung ist von ihr zu hören. Nur ihr jammern, dass der Gesetzgeber es so wolle. Rückgrat gegen die neoliberale Gesundheitspolitik sieht nun wirklich anders aus.
Das wissen die Chefs doch selbst
Die Charité will unser Verständnis. Mehr Personal habe zu weniger Belastung geführt. Genau deshalb sind unsere Belastungspunkte an die Einhaltung der vereinbarten Ratios gekoppelt. Mit mehr Personal werden also die Cheps weniger. Doch wenn ein Chep nischt mehr Wert ist? Was wird wohl passieren? Genau. Wieder unterbesetzt arbeiten. Ist ja dann so billig, dass es sich für die Charité lohnt, unterhalb des Tarifvertrages die Schichten zu besetzen.
Achtung, Spalter am Werk
Die Charité sagt, unsere Forderungen wären nicht bezahlbar. Es müsse Personal anderer Berufsgruppen abgebaut werden. Was für eine Frechheit und Irreführung. Als hätte die Charité nicht schon vor vielen Jahren massiv Personal abgebaut und outgesourced (Hallo CFM). Wir sagen in unseren Forderungen, was wir für eine gute Versorgung benötigen. Dafür sind wir Expert:innen. Die Frage der Finanzierung stellt sich nicht bei unserer Gehaltsstufe. Dafür werden ganz andere Gehälter gezahlt. Aber Ideen hätten wir trotzdem: Alle zahlen in die GKV, Pharmagewinne werden besteuert, keine Renditen ausgeschüttet, …
Wovon wir reden?
Eines der neuen und wichtigen Krebsmedikamente wird derzeit in Deutschland für über 2000 € je 100 mg verkauft. Eine Recherche hat ergeben, dass der Preis eigentlich nur bei 40 € liegen sollte. Wohlgemerkt inklusive der Forschungs- und Entwicklungskosten sowie einer Rendite von 8%.
Kampagne
Extra Intranetseite, Videos, vorgefertigte Erklärungen werden veröffentlicht, kaum dass der jeweilige Verhandlungstermin vorbei ist. Die Charité hat sich vorbereitet. Will uns klein halten und einschüchtern. Auch die Dienstversammlungen gehören zum Konzept. Zeichen von Augenhöhe? Ne, wahrlich nicht. Eher Propaganda, begleitet von Verboten miteinander, mit Ärzt:innen oder anderen Berufsgruppen zu reden.
UHW Berlin
Ausgesprochen Union Hilfswerk. Heißt nicht nur so, sondern ist tatsächlich eine Firma im Sozialbereich unter starkem Einfluss der CDU. Die Kolleg:innen berichteten auf unserer Demonstration. Sie wollen einen Gehaltstarifvertrag durchsetzen. Die Geschäftsführung will dies unbedingt verhindern. Sie klagte … erfolglos. Und versucht nun, die Kolleg:innen einzuschüchtern und geht mit Union-Busting-Methoden gegen ihre Beschäftigten vor. Dazu heuerte sie eine entsprechend ausgerichtete Anwaltskanzlei an.
Das ist auch unser Kampf. Genauso wie all unsere Kolleg:innen in den anderen Kliniken sind sie betroffen von der neoliberalen Gesundheitspolitik. Lasst sie uns aufsuchen und einladen, zu unseren Streiks, zu gemeinsamen Demonstrationen. Lasst uns Unruhe verbreiten, dass die Manager:innen aller Kliniken aus Angst vor unserer Solidarität das Zittern bekommen.
Streik, Demo, Organisieren!
Trotz Ohrfeigen bei den letzten Wahlen in Meck-Pomm und Berlin will CDU-Merz an seinen krassen Sparplänen festhalten. Die Abschaffung der PPR und weitere Verschlechterungen unserer Arbeitsbedingungen stehen auf der Tagesordnung. Und nicht nur wir sind betroffen: so sind immense Kürzungen in Bildung und in der Sozialen Arbeit geplant. Wir wollen uns bereichsübergreifend am Freitag, den 25.09., 18.30 Uhr, Rotes Antiquariat (Rungestr. 20) treffen, austauschen und aktiv werden!
