Es ist so weit: STREIK
Na, ein bisschen leer auf Station und im Keller? Dafür häufen sich die Mülltüten, das Essen kommt zu spät oder das Bett wurde nicht neu gemacht? Ja, das liegt wohl am Streik von uns CFM-Kolleg:innen.
Wir sind viele und wir sind entschlossen: 99,3 % von uns Abstimmenden haben für den unbefristeten Streik gestimmt! Das zeigt eines ganz deutlich: wir sind sauer! Damit unser Streik erfolgreich wird, brauchen wir die Unterstützung unserer Kolleg:innen: macht keine Streikbrecher-Arbeit (so schwer es auch sein mag), lenkt euren Unmut an die CFM-Führung (denn es ist ihre Schuld, dass z. B. der Müll nicht geholt wird!), Besucht uns CFM-Kolleg:innen auf den Streikposten, Unterstützt unsere unsicheren Kolleg:innen am Streik teilzunehmen, unterschreibt unsere Petition und spendet für unseren Streik (https://linktr.ee/cfmtvod)! Denn wir sind „Zusammen ein Ganzes“ – wie das Charité-Marketing es immer so schön sagt!
1: 0 für uns
Das Arbeitsgericht hat eine Verfügung gegen unseren Streik abgelehnt. Unsere Forderungen seien berechtigt. Wir sind eben unverbietbar.
Fünfmal: Nix
Unsere Chefs haben nach fünf Verhandlungsrunden ohne ein Angebot ganz genau gezeigt, was wir von ihnen erwarten können: Nix! Wir sollten doch erstmal von unserer „Maximalforderung“ abgehen, die Angleichung an den TVÖD. Es ist unfassbar, dass den Kolleg:innen einer 100 %igen Tochter der Charité, einer Klinik des öffentlichen Rechtes, erzählt wird, dass nach Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes zu bezahlen, unmöglich wäre!
Wegner & Co reden viel …
… wenn der Kampf lang ist? Seit Jahren verspricht uns die Politik, dass sie für die Anwendung des TVÖDs in der CFM sorgt. Wie viele Koalitionspapiere wurden damit schon gefüllt und passiert ist: Nix! Erst kürzlich hat Bürgermeister Wegner wieder beteuert, wie ungerecht alles wäre – und dass sie es mittels einer Arbeitsgruppe prüfen werden. Aber da gibt’s nix mehr zu prüfen, bis zu 700 € Unterschied für die gleiche Arbeit ist Realität. Unsere Geduld ist am Ende. Und wenn der Arbeitskreis nicht mehr weiterweiß, werden wir erst richtig (Streik)heiß!
Was der Millionär Koch uns gönnt
Das Schlichtungsergebnis TVÖD liegt nun vor. Koch hält nichts von sozialem Ausgleich. So soll der Mindestbetrag Lohnerhöhung statt 350 nur 110 € betragen. Bei einer Laufzeit von 27 Monaten bringen uns die Lohner-höhungen von zusammen 5,8 % einen Reallohnverlust. Der Millionär hat gerade für uns in den Kliniken nichts übrig. Das bewies er schon mit der Privatisierung von Gießen/Marburg. Bezahlte Pause im Wechselschicht-system? Fehlanzeige. Dafür will er, dass wir freiwillig länger arbeiten. Die Ärzt:innen wissen, das freiwillig in der Regel heißt, wie der Chef es will. Eine Möglichkeit zur Umwandlung der Jahressonderzahlung in Freizeit schrieb er in seine Empfehlung. Außer für? Genau, für uns in den Kliniken. Ne, wir machen nicht weiter, ist ja schon klar: ABLEHNEN!
Kochs Rache für die Demonstrationen vor der CDU- Zentrale
Na gut, eines müssen wir noch hervorheben. Der Millionär hat sich zur Schlichtung nicht nach Berlin getraut, sondern in den Harz zurückgezogen. Im Wald, bzw. dem was davon übrig ist, schrieb er dann: Voraussetzung für die Übernahme (von Azubis) ist, dass „ […] kein(e) Zweifel am Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bestehen.“ Zweifel gibt es schnell. Protest gegen CDU-AfD-Techtelmechtel, Demonstration gegen Faschist:innen, mit jemanden liiert, der daran teilgenommen hat, eine Rede zur Profitgier von Unternehmen gehalten? Reicht für den Zweifel. Das denken wir uns nicht aus, sondern erleben bereits Kolleg:innen in Bayern und Baden-Württemberg. Die Schlichtungsempfehlung schränkt demokratische Grundrechte ein.
Charité als Lohndrücker
Die Charité findet es ja ganz unerhört, dass nun die Beschäftigten der CFM mit den schlechtesten Löhnen nicht mehr bereit sind, ruhig zu bleiben. Wenn die Einführung des TVÖD-Lohnes rund 40 Millionen Euro im Jahr kosten soll, dann bedeutet dies, dass die Charité jährlich diese dutzenden Millionen bei den Kolleg:innen der CFM einspart. Das meinen sie mit Wertschätzung. In Bayern setzten Streiks bessere Löhne in den Klinikservicegesellschaften durch. Streik bei Helios in Schwerin gegen Flexibilisierung, Streik bei Helios in Erfurt für mehr Lohn, Streiks beim ÖPNV in Meck Pomm … alles nur im März. Nein, wir sind nicht gierig und unverschämt. Nein, wir kämpfen nicht allein!
Süß
Das Diversity-Netzwerk der Charité gratuliert zum Zuckerfest. Wohl auch uns an der CFM. Nett, aber wirkt doch fehl am Platz. Lohn nach Tarifvertrag der Charité wollen sie uns nicht zahlen. Drohen uns mit Rauswurf, weil wir zu teuer wären. Wir sind den Oberen nicht mal ein Angebot wert. Stattdessen Einschüchterungen, wir sollten doch Augenmaß bei unserer Lohnforderung bewahren. Seit 20 Jahren sind wir ihre Niedriglöhner. Aber zum Zuckerfest … ja spart euch das.
Wie undankbar
Der reichste Mensch der Welt hat im Kaff Grünheide ein riesiges Werk bauen lassen. Autos sollen da in Massen vom Band rollen, ob sie gebraucht werden oder nicht. Damit es sich lohnt, müssen die Löhne niedrig und die Arbeitsbedingungen mies sein. Doch dann überlisten gewerkschaftlich organisierte Kolleg:innen den Werks-leiter und die Security. Sie entrollen ein Plakat mitten auf einer Betriebsversammlung. Und erdreisten sich mitzu-teilen, dass per Unterschrift über 3000 Tesla-Kolleg:innen bezahlte Pausen, mehr Personal und ein Ende von Schikanen fordern. Da muss er wohl wieder mal bei Donald petzen gehen.
